Was uns bewegt ...

Klaudia Grunwald, 30, molekulare Biotechnologin
„Die Welt ist schlecht genug, da hat niemand das Recht sie schlechter zu machen.“

Leider reicht das in meinen Augen nicht aus. Wir sollten versuchen sie besser zu machen. Ich habe das Glück in einer Zeit und in einem Land zu leben, in dem weder meine Eltern noch ich einen Krieg erleben mussten. Uns geht es gut! Leider können das nur wenige Menschen von sich behaupten.

Momentan sind zahlreiche Menschen auf der Flucht; Sie haben Furchtbares erlebt, haben für uns wahrscheinlich unvorstellbare Risiken und weiteres Unheil auf sich genommen, um in Frieden leben zu können, bzw. ihren Kindern ein friedliches Leben zu ermöglichen. Wer bin ich, dass ich ihnen das nicht gewähre, bzw. ihnen dabei NICHT helfe?

Ja, es fehlt an allen Ecken und Enden an Infrastruktur und guter Kommunikation, aber genau da kann meiner Meinung jeder eingreifen und helfen. Wir alle wollen doch ein friedliches Miteinander, dazu gehört aber beim Zusammentreffen von verschiedenen Kulturen und Sprachen eine gute Kommunikation und zwar nicht nur auf verbaler Ebene sondern viel mehr auf kultureller Ebene. Daher ist es in meinen Augen so wichtig, dass wir die Menschen willkommen heißen und aufnehmen, so dass sie unsere Kultur und Sprache kennen lernen können, und wir auch ihre Kultur kennen- und verstehen lernen. Nur so können sie sich selber so schnell wie möglich eine eigene Existenzgrundlage schaffen.

„Hilf mir es selbst zu tun“ ist eine Grundlage von Montessori zur Erziehung von Kindern. Ich denke, wenn wir das schaffen, und es schaffen diese Menschen möglichst schnell in unsere Gemeinde zu integrieren, haben wir alle wahnsinnig viel davon.